Die Kamera
Es gibt verschiedene Kameraarten und natürlich auch Marken, wie Canon, Sony oder Nikon.
Die Kameratypen unterscheiden sich durch die Funktionsweise der Kamera. Zwei der bekanntesten Kameratypen sind die «Spiegelreflexkameras – DSLR-Kameras (Digital Single-Lens Reflex)» und die «spiegellosen Systemkameras . DSLM-Kameras (Digital Single-Lens Mirrorless)». Der Hauptunterschied liegt in der Arbeitsweise der Kamera, bieten aber in der Regel ähnliche Möglichkeiten zur Einstellung der Kamerafunktionen.
Mehr dazu, wie eine Kamera funktioniert:

Die Kamera-Tasten einfach erklärt: https://youtu.be/9CUl3yerjbM?si=JyXKTXBRstSzpEbo
Die Blende
Die Blendenöffnung bezeichnet die Öffnung der Blende in der Kamera. Je kleiner die Blendenzahl, desto grösser ist die Öffnung und desto mehr Licht gelangt auf den Kamerasensor. Eine grössere Öffnung (niedrige Blendenzahl) führt auch zu einer geringeren Schärfentiefe.

Schärfentiefe
Die Schärfentiefe beschreibt den Bereich innerhalb eines Bildes, der scharf abgebildet wird. Bei einer hohen Blendenzahl (kleine Blende), also einem grossen Schärfentiefebereich, sind sowohl der Vordergrund als auch der Hintergrund scharf. Im Video zur Blende wird die Schärfentiefe auch beschrieben.

Die Verschlusszeit oder Shutter (-Speed)
Die Belichtungs- oder Verschlusszeit an, wie lange der Sensor belichtet wird. Je länger der Sensor belichtet wird, desto heller wird das Bild. Je kürzer, desto dunkler wird das Bild. Die Verschlusszeit wird in Brüchen angegeben, beispielsweise 1/500 Sekunde oder 1/30 Sekunde.
1/500 Sekunde und schneller:
Diese extrem kurze Verschlusszeit friert nahezu alle Bewegungen ein, ausser die der schnellsten Objekte. Perfekt geeignet für die Action-Fotografie von Sportler:innen, Autos und fliegenden Vögeln.
1/125 bis 1/400 Sekunde:
Diese Belichtungszeit eignet sich ideal, um langsamere Bewegungen und posierende Personen einzufrieren. Perfekt für Fotos aus den Händen wie Hochzeitsfotos, Porträts und Bilder von Haustieren in Ruhe.
1/10 bis 1/100 Sekunde:
Ein Stativ ist empfohlen, insbesondere für Landschaftsaufnahmen, Portrait oder Objektaufnahmen ohne Bewegung.
Zwei Sekunden bis 1/10 Sekunde:
Ein Stativ ist dringend nötig, da jede Bewegung zu Unschärfe führen kann. Ideal für sehr ruhige Landschaftsaufnahmen.
Bis zu 30 Sekunden:
Diese lange Belichtungszeit ermöglicht faszinierende Langzeitbelichtungen, bei denen Wasser und Wolken seidig und traumhaft erscheinen. Bewegungen werden verwischt, was zu einem besonderen Effekt führt.

Der ISO
Der ISO ist ein wesentlicher Faktor beim Fotografieren. Wenn die Blende und Verschlusszeit nicht ausreichen, um genügend Licht einzufangen, reguliert der ISO-Wert die Lichtmenge (Lichtempfindlichkeit), die in die Kamera gelangt. Dies ermöglicht es bei schlechten Lichtverhältnissen helle Bilder zu erhalten. Jedoch kann ein zu hoher ISO-Wert zu Bildrauschen führen und somit die Bildqualität beeinträchtigen. Die Empfindlichkeit variiert je nach Kamera und Objektivkombination.

Das Zusammenspiel von ISO, Blende, Verschlusszeit
Es ist wichtig zu beachten, dass die drei Einstellungen ISO, Blende und Verschlusszeit stets miteinander interagieren. Daher ist es entscheidend, je nach den Anforderungen des Motivs und der Situation die richtige Kombination zu wählen. Hier sind sie noch einmal kurz aufgelistet:
Blende:
Beschreibt die Grösse der Öffnung im Objektiv über die das Licht eindringen kann.
Je Grösser die Öffnung (kleine Blendenzahl), desto heller das Bild und mehr Schärfentiefe
Verschlusszeit:
Beschreibt wie lange der Sensor belichtet wird.
Je länger der Sensor belichtet wird, desto heller das Bild und mehr Bewegungsunschärfe
ISO:
Beschreibt die Lichtempfindlichkeit des Sensor.
Je höher der ISO-Werte, desto heller das Bild und mehr Körnung

Objektive und Brennweite
Ein Objektiv hat viele verschiedene Eigenschaften – darunter die Blende, Zoom oder Festbrennweite, Brennweite, Marke, Anschluss (Mount) und vieles mehr. In diesem Abschnitt wird hauptsächlich die Brennweite behandelt.
Die Brennweite beschreibt den Abstand zwischen der Linse und dem Brennpunkt der Kamera, gemessen in Millimetern.

Objektivkategorien
Es gibt verschiedene Kategorien in welche Objektive anhand deren Brennweite eingeteilt werden.
- Weitwinkelobjektive (zwischen 14-35 mm)
- Standardobjektive (35-85 mm)
- Telewinkelobjekive (Zwischen 85-600mm)
- Zoomobjektive, flexible Brennweite.

Einfluss der Brennweite
Wird die Brennweite verändert, werden folgende Eigenschaften auch beeinflusst:
- Den Bildausschnitt
- Die Verkrümmung des Bildausschnitts
- Die Schärfentiefe
Es ist entscheidend, sich bewusst zu sein, ob man den Bildausschnitt durch Zoom oder durch Veränderung des Kamera-Standorts anpassen möchte.
Beispiel Portrait
Die Person auf den Bildern stand immer am selben Ort im Raum, damit die Veränderung des Hintergrundes durch verschiedene Brennweiten gut war genommen werden kann.
(Die Kamera musste immer weiter zurück, damit die Person noch auf dem Bild ersichtlich ist, denn die Brennweite ändert auch den Bildausschnitt.)
![]() | 24 mm Brennweite Bei einer Brennweite von 24 mm werden grosse Anteile des Hintergrunds mit aufgenommen. Der Hintergrund scheint weit entfernt und die Gesichter wirken sehr rund und aufgeblasen. |
![]() | 50 mm Brennweite Bei einer Brennweite von 50 mm wirkt das Gesicht sehr natürlich und entspricht den Proportionen, welche wir gewohnt sind. Der Hintergrund rückt näher an den Vordergrund heran. |
![]() | 70 mm Brennweite Bei einer Brennweite von 70 mm wird der Hintergrund weiter komprimiert und rückt näher an den Vordergrund heran. Gesichter wirken etwas schmaler und ausgewogener, aber entsprechen immer noch natürlichen Proportionen. Der Hintergrund verliert weiter an Details. |
![]() | 135 mm Brennweite Bei einer Brennweite von 135mm werden Gesichter tendenziell schmaler und flacher. Der Hintergrund rückt näher mit dem Vordergrund zusammen, deshalb sind grosse Anteile des Hintergrunds nicht mehr im Bildausschnitt sichtbar. |
Weissabgleich
In unterschiedlichen Räumen oder draussen zu verschiedenen Tageszeiten herrschen unterschiedliche Belichtungsverhältnisse. Neonröhren verbreiten eher kaltes Licht (blau), während eine Nachttischlampe eher warmes Licht (orange) erzeugt. Damit die umgebenden Farben dennoch möglichst originalgetreu aufgenommen werden, wird ein Weissabgleich durchgeführt. Der Weissabgleich ist ein wesentlicher Prozess in der Fotografie und Videografie, der die Farbtemperatur des Lichts korrigiert, um neutrale Farben zu erzielen.
Die Farbtemperatur wird in Kelvin gemessen, wobei niedrigere Kelvinwerte für wärmeres Licht und höhere Kelvinwerte für kühleres Licht stehen. Kameras bieten oft ein automatischer Weissabgleich oder voreingestellte Weissabgleichsmodi für verschiedene Lichtbedingungen wie Tageslicht, bewölkten Himmel, Glühlampenlicht usw.

Auflösung (Format)
Die Auflösung beschreibt die Grösse eines Bildes oder Videos und beeinflusst die Detailgenauigkeit und Qualität. Sie wird in der Regel als Breite x Höhe in Pixeln angegeben, z. B. 1920x1080px (Full-HD).
Eine höhere Auflösung ist nicht immer die beste Wahl, da sie vom vorgesehenen Ausgabeformat (YouTube, Instagram, Website, etc.) abhängig ist. Hohe Auflösungen führen zu grösseren Dateien und beanspruchen mehr Speicherplatz, was nicht immer notwendig oder praktisch ist.
Die bekanntesten Auflösungen im Überblick
720p (HD)
Die niedrigste HDTV-Auflösung (1280 x 720px) ist ausreichend für kleinere Web-Inhalte. Sie wird selten für grössere Bildschirme verwendet, da die meisten Computer-Bildschirme höhere Auflösungen unterstützen.
1080p (Full HD) – Standard
Mit 1920 x 1080 Pixeln hat sich diese Auflösung als Standard für gestochen scharfe Digitalvideos etabliert. Sie ist ideal für YouTube, Streaming-Dienste und Smartphone-Bildschirme, wie Instagram, LinkedIn, etc.
4K (Ultra HD)
Diese Auflösung (3840 x 2160 Pixel) bietet Filmproduzent:innen mehr Spielraum für Vergrösserung und Bearbeitung. Sie wird für Kinoleinwände und professionelle Farbgestaltung genutzt.
8K
Diese extrem hohe Auflösung (7680 x 4320 Pixel) bietet maximalen Spielraum für visuelle Effekte und Detailgenauigkeit. Sie wird selten verwendet, ist aber ideal für Spezialeffekte in der Postproduktion.

Framerate
Ein Film besteht aus Einzelbildern, die aneinandergereiht aussehen, als würde sich das Bild bewegen. Dabei gibt der FPS-Wert an, wie viele Bilder pro Sekunde aneinandergereiht werden. Je höher die FPS, desto flüssiger und realistischer erscheinen die Bewegungen im Video. FPS steht für «frames per second», also auf Deutsch «Bilder pro Sekunde». Seltener wird diese Zahl auch in pps, also «pictures per second» angegeben.
– Standardfilm-Aufnahmen: 25fps / 30fps
– Cinematic-Look: 24fps
– Slowmotion Aufnahmen: 50-100fps /60-120fps
PAL oder NTCS
Je nach Region gibt es unterschiedliche Standards für die Framerate. Dies ist abhängig davon welcher Standard in der Bildwiederholfrequenz verwendet wird. Kurz zusammengefasst, wird in Europa das PAL-Format verwendet, welches mit 50 Hz arbeitet und dadurch sollte die Framerate ein Vielfaches (z.B. 100fps) bzw. ein Teiler (z.B.25fps) von 50 Hz betragen.
In den USA wird der Standard NTSC verwendet, dieses Format arbeitet mit einer Bildwiederholfrequenz von 59,94 Hz und somit mit mit einem Teiler oder Vielfaches von 15fps 30fps 60fps (gerundet). Nebst diesen Framerates werden auch oft 24fps in der Filmindustrie eingesetzt, da diese durch ihr leichtes Ruckeln den sogenannten Cinematic-Look/Movie-Look erzeugt.
Verschlusswinkel (Verschlusszeit und Framerate) / 180 Grad Regel Shutterspeed
Der Verschlusswinkel auch bekannt als «shutter angle» oder «180-Grad Shutter Regel» ist das Verhältnis zwischen der Verschlusszeit und der Framerate bei einer Filmaufnahme. Die «180-Grad-Regel» besagt, dass die Verschlusszeit (z.B. 1/50) doppelt so lang sein sollte wie die Framerate (25fps). Dies sorgt für eine natürliche Bewegungsunschärfe (Motion Blur) und entspricht dem Sehempfinden des menschlichen Auges.

Die Regel zu brechen kann verschiedene Effekte erzeugen: Mehr dazu: https://youtu.be/9tVt0S6JhA8?si=3Gj8eYoOHCbF7zJC (Nur Englisch verfügbar)
Fokus
Der Fokus ist das Werkzeug, das den Unterschied zwischen einem gestochen scharfen Bild und einem unscharfen Schnappschuss ausmachen kann.
Es gibt verschiedene Arten von Fokusse, die je nach Situation und Kamera verwendet werden können:
Manueller Fokus:
Hier kann die Fokus manuell eingestellt werden, indem am Fokusring des Objektives gedreht wird. Diese Methode erfordert Präzision und Erfahrung, bietet aber volle Kontrolle über das Ergebnis.
Dabei kann die «Fokus-Peaking» – Einstellung sehr hilfreich sein, denn dann wird der Bereich, der im Fokus liegt, auf dem Display meist rot hervorgehoben.
Autofokus (AF):
Die gängigste Art des Fokus bei modernen Kameras und Smartphones. Die Kamera analysiert das Bild und stellt automatisch auf den Punkt oder Bereich scharf, der am wichtigsten erscheint. Dies kann Gesichter in Porträtaufnahmen, sich bewegende Objekte oder den Mittelpunkt des Bildes umfassen. Beim Autofokus gibt es verschiedene Varianten.
Hier erfährst du mehr über die verschiedenen Fokusse:



